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Art.Nr. 9783897957244 Joseph in Ägypten
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ISBN-13: 978-3-89795-724-4
AUDIAMO Katalog: 77194
Verlag: Radio Tyrus
Medium: 1 CD(s)
Nach vier Jahren Dürre ist unter den Nomaden des südlichen Kanaan eine Hungersnot ausgebrochen. Viele hungernde Sippen versuchen nach Ägypten auszuwandern, wo ein kluger Großwesir durch seine umsichtige Vorratspolitik für die Zeit der Trockenheit vorgesorgt hat. Aber die Grenzen Ägyptens sind abgeriegelt. Einzig ein Familienclan aus Hebron hat die Erlaubnis zur Einwanderung erhalten. Eingeweihte wissen: Es handelt sich um die nächsten Verwandten des ägyptischen Statthalters Zophnat-Paneach, der einmal Joseph hieß und als Sohn eines hebräischen Nomadenhäuptlings geboren wurde.
Nach Ägypten war er als Sklave gekommen, verkauft von seinen missgünstigen Brüdern. Sein Aufstieg begann mit einem Sensationsprozess: Die Frau des pharaonischen Hofgefängnischefs, dem der begabte junge Mann als Hausverwalter diente, hatte Joseph der versuchten Vergewaltigung bezichtigt. Der Prozess wurde niedergeschlagen, der Beschuldigte durfte sich als Haussklave im Gefängnis bewähren. Von dort aus macht er durch Traumdeutungen eine sensationelle Karriere und wird schließlich als Großwesir ägyptischer Regierungschef und Stellvertreter des Pharao. Schließlich gelingt es ihm sogar, seine Brüder ausfindig zu machen, die ihn einst in die Sklaverei verkauften. Er verzeiht ihnen und holt sie mit seinem Vater Jakob nach Ägypten, um sie vor dem Hungertod zu retten.
Die Geschichte vom „Träumer“ Joseph, den seine Brüder nach Ägypten verkaufen, wo er zum zweiten Mann im Staate aufsteigt und schließlich seine Familie nachholt – sie hat eine Sonderstellung unter den frühen Schriften der Bibel. Nirgendwo sonst zieht sich eine einzelne Erzählung über so viele Kapitel hin. Menschliche Schicksale werden bis in ihre seelischen Hintergründe ausgeleuchtet und in einer kunstvoll dramatischen Handlung über viele Stationen zum glücklichen Ende geführt. Während die anderen Vätergeschichten am Anfang der Bibel oft aus bruchstückhaften alten Stammeserzählungen zusammengestellt sind, hat der Leser es hier mit dem künstlerisch durchgestalteten Werk eines Dichters zu tun. Die Josephs-Geschichte der Bibel ist ein Stück großer alter Weltliteratur.
Ist also der biblische Joseph eine unhistorische Phantasiegestalt? Tatsächlich haben die Archäologen trotz intensiver Bemühungen noch kein Dokument gefunden, das die Existenz eines solchen ägyptischen Großwesirs bestätigen könnte. Man findet nicht einmal sichere Anhaltspunkte dafür, zu welcher Zeit der pharaonischen Geschichte die in der Bibel beschriebenen Vorgänge überhaupt historisch möglich gewesen wären. Wer die Josephs-Geschichte für einen Tatsachenbericht halten will, ist auf seinen Glauben angewiesen.
Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, der unbekannte Dichter habe die Personen seines Werkes einfach erfunden. Jakob, Joseph und seine Brüder – sie sind ja die in der gesamten biblischen Tradition bekannten Stammväter Israels. Sicher hat der Verfasser viele altüberlieferte Geschichten über diese Vorfahren seines Volkes gekannt. Manche wird er auch in seine Handlung mit aufgenommen haben. Einige Forscher haben viel Scharfsinn darauf verwendet, solche „Quellenschriften“ in der Josephs-Geschichte ausfindig zu machen. Zum besseren Verständnis hat das nicht viel beigetragen. Am Besten nimmt man das kleine Kunstwerk wohl so, wie der Dichter es vor etwa 3000 Jahren aufgeschrieben hat.
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