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Art.Nr. 9783897959460 Jakob und Esau – der gestohlene Vatersegen
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ISBN-13: 978-3-89795-946-0
AUDIAMO Katalog: 77196
Verlag: Radio Tyrus
Medium: 1 CD(s)
„Mein Vorvater war ein herumziehender Nomade“ – so heißt es in einem alten jüdischen Glaubensbekenntnis. Es gehört zu den erstaunlichen Fakten in der Geschichte des Volkes Israel, dass es seine Ursprünge nicht nachträglich heroisch verklärt hat. Die Vätergestalten Abraham und Isaac, Jakob und Esau, werden als das beschrieben, was sie wohl wirklich einmal gewesen sind: armselige Nomaden-Scheichs, die mit ihren Schaf- und Ziegenherden am Rand des besiedelten Ackerlandes ein kärgliches Auskommen fanden.
Lange Zeit hat die Wissenschaft die biblischen „Erzväter“ in den Bereich der Sage verwiesen. Es erschien undenkbar, dass solche Berichte nur durch mündliches Weitererzählen über tausend Jahre wahrheitsgetreu überliefert sein könnten.
Heute halten viele Forscher diese Geschichten in ihrem Kern eher für glaubwürdig. Sie beschreiben Lebensformen, die späteren Generationen nicht mehr so bekannt sein konnten. Ethnologen haben gezeigt, dass es durchaus Kulturen gibt, in denen mündliche Traditionen auch über Jahrhunderte wortgetreu weitergegeben wurden. Wissenschaftler beginnen, hinter den biblischen Texten einen historischen Kern herauszuschälen.
Auf dem Hintergrund solcher Forschungen versucht unsere Sendung, die alte Geschichte von Jakob und Esau nachzuerzählen: Als Familienkonflikt im Milieu einer Kleinvieh-Nomadensippe des 18. vorchristlichen Jahrhunderts.
Der Stoff ist schon von sich aus voller Farben und Details. Man merkt ihm die Freude am mündlichen Erzählen an. Familien-Rituale werden mit vielen altertümlichen Bräuchen und formellen Wechselreden bildhaft beschrieben – ebenso wie die umständlichen Verhandlungen eines Rechtsstreits unter den Führern zweier nomadischer Clanführer.
All das erschien bereits den Kulturland-Bewohnern jener Tage als fremdartig und unzivilisiert. Man blickte herab auf solche Randexistenzen und nannte sie verächtlich „Hapiru“ – heute würde man sagen: Zigeuner. Der ideale Ansatz für eine Radio-Sendung: Auch Reporter unserer Tage hätten den Ehrgeiz, die Lebensformen und Glaubensvorstellungen einer solchen „Randgruppe“ zu recherchieren und sie ihren Hörern nahe zu bringen.
Und wann trifft man heute schon auf eine „Story“ wie die der verfeindeten Brüder Jakob und Esau? Ein für ein Linsengericht erkauftes Erstgeburtsrecht und ein durch eine Verkleidungsposse ergaunerter Vatersegen – kein Boulevard-Magazin der Welt hätte sich das entgehen lassen!
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